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Auf den Spuren von NetFleet Part 1: Die Geburt

Zeugung

Es begab sich zu einer Zeit, als noch keiner von Digitalisierung sprach. Telefon, Fax und E-Mail beherrschten den Geschäftsverkehr.

So auch beim Fahrservice der Berlinale. Hier galt es, über den Zeitraum von zwei Wochen an die 100 Fahrzeuge, über 200 Fahrer und über 1000 Fahraufträge zu verwalten. Die Aufträge trudelten meist unleserlich per Fax ein oder wurden in der Hektik des Tagesgeschäftes telefonisch erteilt. Fahrer erhielten Laufzettel mit Anweisungen und Disponenten verloren sich in Excellisten.

Die NetBrothers trafen 2000 Nicolas Ruland, damals einer der geschäftsführenden Gesellschafter der Valet Parking & More GmbH. Die Firma war für die Abwicklung des Fahrservices der Berlinale zuständig. Nico – wie ihn fast alle nannten – hatte von Fax und Telefon die Nase gestrichen voll. Er träumte von der Digitalisierung und beauftragte NetBrothers mit der Umsetzung seines Traumes.

Dies war die Geburtsstunde von OnDrive, dem Vorgänger von NetFleet.

Schwangerschaft

Logo der Software OnDrive, dem Vorläufer von NetFleet

Logo der Software OnDrive, dem Vorläufer von NetFleet

Die Entwicklung der erste Version von OnDrive dauerte nahezu eineinhalb Jahre. Im Herbst 2000 begutachteten wir bestehende Lösungen auf dem Markt. Im Winter 2000 gaben wir auf.
Programme basierend auf den Betriebssystem Windows fehlte meist die Fähigkeit, von mehreren Nutzern gleichzeitig verwendet zu werden. Schlimmer war jedoch die fehlende API fürs Web. Das gleiche galt für Java-Anwendungen – und die OpenSource-Gemeinde hatte keinerlei Angebot.

Während der Berlinale 2001 entstand so die Feinspezifikation. Für die Gästebetreuer der Berlinale sollte es zukünftig ein Web-Portal geben, über die Aufträge erteilt und geändert werden können. Für die Disponenten sollte es eine Übersicht der erteilten und geänderten Aufträge geben. In dieser Übersicht sollten die Disponenten Fahrzeuge und Fahrer einzelnen Aufträgen zuordnen und den benötigten Laufzettel ausdrucken können.

Geburt

Zur Berlinale 2002 führten wir OnDrive ein. Wir schulten die Disponenten und standen während des Festivals den Gästebetreuern vor Ort unterstützend zur Seite.

Ohne Zweifel: Es war ein spannendes Festival. Der Umstieg von Fax auf Web-Portal war ein großer Erfolg. Nur das mit dem Telefon klappte nicht wie erhofft: Nach Eingabe von Änderungen durch die Gästebetreuer hielten es viele noch für nötig, sich den Eingang der Änderung telefonisch bestätigen zu lassen. Die ersten Change-Requests waren damit identifiziert.